Die folgenden zwei Tage verbringen wir im Nationalpark von Sossuslvei, welcher für seine einzigartigen hohen, roten Dünen bekannt ist – je nach Messart sind es sogar die höchsten Dünen der Welt. Als wir gegen Mittag am Campingplatz am Parkeingang ankommen, stoßen wir auch auf die ersten Spuren von unseren tschechischen Mitreisenden, sie stehen in der Buchungsliste nämlich eine Zeile vor uns, allerdings für die vorherige Nacht, vermutlich sind sie also schon weg… – ja mit dem Datenschutz ist es hier nicht so weit her, man kann eigentlich immer beim einchecken nachlesen, wer sich gerade auf dem Campingplatz aufhält ![]()
Vom Campingplatz aus führt eine 60km lange Straße zur Hauptattraktion des Parks, die Dünen des Deadvleis und eben des Sossusvleis. Beides sind ausgetrocknete Überschwemmungsbecken des Flusses “Tsauchab”, der sich am Parkeingang noch im “Sesriem”-Canyon erstreckt und es bei besonders starken Regen schaffen kann, zwischen den Dünen hindurch zu fließen und die sogenannten Vleis zu fluten. Da das in den letzten Jahren nicht passiert ist, sind die Becken aktuell ausgetrocknet, trotzdem finden sich Bäume auf den ausgetrockneten Flächen und bieten eine tolle Fotokulisse zwischen den mehrere hundert Meter hohen Dünen. Wir fahren die Strecke zweimal, zum Sonnenunter- und nochmal zum Sonnenaufgang und erleben die herrliche Stimmung des warmen Lichts in den tiefrot scheinenden Dünen.
Nach 17 und vor 11 Uhr sind die Temperaturen auch erträglich, morgens ist es sogar richtig kalt – vor allem wenn man barfuß eine Düne erklimmt
– was wir natürlich ausgiebig auskosten. Besonders beeindruckt uns die Morgensonne im Deadvlei, welches schon so lange nicht mehr geflutet wurde, dass alle Pflanzen abgestorben sind. Da es aber zu heiß und trocken ist, verdorren die Bäume nicht mehr und stehen einfach wie schwarze, mumifizierte Skelette im Vlei – umgeben von den Dünen.
Aber nicht nur die Dünen, schon die Fahrt in die Vleis ist ein kleines Erlebnis. Die letzten fünf Kilometer ist es keine Straße mehr, sondern einfach eine Fahrt auf den teils duzende Zentimeter tiefen Sand. Gut, dass wir uns für das Auto mit Allradantrieb entschieden haben, ohne das wäre hier kein Durchkommen. Und selbst mit erfordert es eine gute Portion Mut, mit Vollgas durch den weichen, tiefen Sand zu düsen. Beim Rückweg am Abend müssen wir einem steckengebliebenen Japaner aus der Patsche helfen. Bei der Hinfahrt sehen wir noch, wie er steckenbleibt, zu unserem Unverständnis hilft ihm aber bis zu unserer Rückkehr niemand, das Auto wieder freizubekommen. Die uns entgegenkommenden Autos haben ihn wohl ignoriert, und selbst als wir versuchen ihn auszubuddeln, fährt ein Ranger einfach ohne mit der Wimper zu zucken an uns vorbei. Da der Park bald schließt, packen wir ihn schließlich in unser Auto und nehmen ihn mit zum Campingplatz. Am nächsten Morgen wird sein Auto dann von Parkaufsehern befreit, das von seinem Auto gegrabene Loch ist deutlich sichtbar. Leider eine etwas ernüchternde Erfahrung, und wir müssen ein wenig an Kenia zurückdenken, das wäre dort undenkbar gewesen.
Weiter geht es über die Küstenorte Walvis Bay und Swakopmund zur Spitzkoppe…