{"id":328,"date":"2015-02-10T21:46:49","date_gmt":"2015-02-10T08:46:49","guid":{"rendered":"http:\/\/scientistsontour.de\/?p=328"},"modified":"2015-04-17T09:11:13","modified_gmt":"2015-04-16T21:11:13","slug":"silvester-im-glenworth-valley","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/scientistsontour.de\/?p=328","title":{"rendered":"Silvester im Glenworth Valley"},"content":{"rendered":"<p>Unsere Event-Firma, bei der wir schon das ein oder andere Mal in Perth gearbeitet haben, hat Arbeitskr\u00e4fte f\u00fcr das 3-t\u00e4gige Musik-Festival Lost Paradise im Glenworth Valley (30.12.-01.01.), ungef\u00e4hr 100km n\u00f6rdlich von Sydney, gesucht. Das wollten wir nat\u00fcrlich ausnutzen und haben uns f\u00fcr alle m\u00f6glichen Positionen beworben. Bekommen haben wir beide eine 40-st\u00fcndige Schicht als Barkeeper. Zudem durfte man als Personal kostenlos campen, sprich wir hatten eine kostenlose Unterkunft \u00fcber Silvester, unsere Urlaubskasse wurde nochmal deutlich aufgestockt und wenn wir nicht arbeiten m\u00fcssen (was bei 40h an drei Tagen nicht so h\u00e4ufig vorkommt), k\u00f6nnen wir kostenlos auf ein Festival gehen. Das alles hat uns definitiv \u00fcberzeugt und deshalb machten wir uns am 29. 12. auf den Weg von Sydney ins Glenworth Valley. Das war aber gar nicht so einfach ohne Auto: mit Zug, 30-min\u00fctiger Taxifahrt und einer spontanen Mitfahrgelegenheit vom Festivaleingang zum Campingplatz (15-min\u00fctige Autofahrt bergab \u00fcber Stock und Stein) haben wir es dann aber trotzdem an unser Ziel geschafft, zusammen mit einem anderen Deutschen, der auch in der Bar arbeiten sollte. Angekommen, haben wir erst mal mitten im Nirgendwo unser Zelt aufgebaut. Denn das Glenworth Valley ist ein Nationalpark, und im Tal eine gro\u00dfe ebene Fl\u00e4che, auf der das Festivalgel\u00e4nde und die Campingpl\u00e4tze waren. Am ersten Tag ging es dann auch schon recht fr\u00fch ins Bett \u00e4h Zelt, die 3 Tage sollten noch anstrengend genug werden. Da wir das billigste 2-3 Personen Zelt gekauft haben (keine Ahnung wie da 3 Leute reinpassen sollen), das wir finden konnten, kann man nat\u00fcrlich nicht viel erwarten: nachts war\u2019s schweinekalt und in der Fr\u00fch, sobald der erste Sonnenstrahl auf das Zelt schien, unertr\u00e4glich hei\u00df. Wie dem auch sei, viel Schlaf gab\u2018s so und so nicht.<\/p>\n<p>Der erste Arbeitstag verlief recht angenehm: unsere Aufgabe als Barkeeper war es, Bier, Schn\u00e4pse, Softdrinks und andere, welche alle schon in einer Dose waren zu verkaufen. Wein und Sekt wurde in Gl\u00e4ser eingeschenkt, nur ein Mischgetr\u00e4nk musste selber gemixt werden. Nach 1-2 Stunden Arbeit, kannte man alle Getr\u00e4nke, wo was steht und wie was funktioniert. Es hat sich dann ziemlich schnell herausgestellt, dass unser lieber Arbeitgeber zu viel Personal angestellt hat. Normalerweise tauchen anscheinend ca. 20-30% der Leute, die zugesagt hatten nicht auf. Dieses Mal sind aber ALLE erschienen, weshalb viel zu viel Personal da war. Zudem m\u00fcssen die Festival-G\u00e4ste an einem 3-t\u00e4gigen Festival 3 Tage durchhalten und betrinken sich nicht hemmungslos gleich zu Beginn (wie z.B. beim Stereosonic Festival in Perth). Vollbesetzte Bar und keine G\u00e4ste! Am ersten Tag durften wir aber trotzdem noch bis zum Schluss arbeiten und haben daher unsere 15.5h (Kerstin) und 12h (Tobi) Schicht durchgezogen.<\/p>\n<p>Am zweiten Tag, Silvester, hat sich das Klischee best\u00e4tigt: Australier trinken was das Zeug h\u00e4lt. Wir haben das Gef\u00fchl, dass die ganzen komischen Gesetze, die es hier so gibt, um eigentlich den Alkoholkonsum einzud\u00e4mmen, nach hinten losgehen. Z.B. darf Alkohol nicht im Supermarkt verkauft werden, sondern nur in sogenannten Bottleshops, die entsprechende Lizenzen aufweisen m\u00fcssen. Zudem muss jeder, der Alkohol verkauft (also auch wir) ein RSA-Zertifikat (Responsible Service of Alcohol) haben. Man muss dazu im Internet d\u00e4mliche Fragen beantworten und zahlt 12$, im Endeffekt muss man aber nur wissen, dass man EIGENTLICH Betrunkenen keinen Alkohol mehr verkaufen darf. Um wieder zum Thema zur\u00fcckzukommen, die Australier saufen was das Zeug h\u00e4lt. Achso, zur Erkl\u00e4rung sollte ich vielleicht noch erw\u00e4hnen, dass wir nicht von den Festivalg\u00e4sten reden, an der Bar war immer noch nichts los. Nein, die Barleute haben sich volllaufen lassen, nat\u00fcrlich kostenlos. Als Kerstin mit einer 19-j\u00e4hrigen Australierin zusammengearbeitet hat (ihr erinnert euch: zu viel Personal, deshalb hat einer kassiert und einer die Getr\u00e4nke gebracht), meinte sie doch glatt, sie trinkt gerade ihren 5. Smirnoff. Leider hat sich herausgestellt, dass das alle so handhabten. Bis auf 2 andere und uns beiden hat sich wohl jeder betrunken. Auf jeden Fall war es dann mit einmal kurz nach 12 und das neue Jahr war da (leider ein weiteres neues Jahr ohne Feuerwerk, bei den Temperaturen im Nationalpark aber wahrscheinlich vern\u00fcnftig). Jeder der Barleute hat \u201eoffiziell\u201c ein bisschen Schnaps bekommen und dann gab es eine kurze Pseudo-Feier, w\u00e4hrend der nur die n\u00fcchternen Barleute noch gearbeitet haben. Unser lieber Manager wollte uns dann auch um 12h rauskicken, aber nachdem Tobi sich dann beschwert hatte, durften wir noch bis 1h (statt bis 2h) arbeiten.<\/p>\n<p>Am letzten und dritten Tag war dann auch wirklich gar nichts mehr los an der Bar, so dass wir beide nach 3 bzw. 5h arbeiten (statt 12 und 14h) nach Hause geschickt wurden. Eine ganz sch\u00f6ne Schweinerei, zumal der Neujahrstag auch in Australien ein Feiertag ist und wir deshalb an diesem Tag 38,50$\/Stunde (statt der normalen 21,30) verdient h\u00e4tten. Alle Beschwererei, auch beim Boss des Barmanagers hat nat\u00fcrlich nichts gebracht, und so mussten wir dann leider auf das Festival gehen und den Neujahrstag mit deutlich schlechter Laune ausklingen lassen, begleitet von 2 weiteren genervten Barkeepern, die ebenfalls rausgekickt wurden.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag, die Laune war immer noch getr\u00fcbt, haben wir dann unsere Sachen samt Zelt zusammen gepackt. Da wir unsere Reise weiter in Richtung Norden entlang der Ostk\u00fcste fortsetzen wollten, hatten wir einen Nachtzug nach Brisbane gebucht (so konnten wir uns nach 4-t\u00e4gigem kostenlosen Campen auch noch eine Unterkunft f\u00fcr die 5. Nacht sparen). Nun stellte sich nat\u00fcrlich die Frage, wie wir von dem abseits gelegenen Festivalgel\u00e4nde zu dem kleinen Bahnhof, an dem wir von Sydney aus angekommen sind, gelangen. Ein Taxi wollten wir nicht mehr nehmen, da es einfach zu teuer war und es doch irgendwo Leute auf dem Festivalgel\u00e4nde geben musste, die in unsere Richtung fuhren. Dummerweise fuhren alle, die wir fragten, in den S\u00fcden Richtung Sydney und nicht n\u00f6rdlich zu unserem kleinen Bahnhof. Endlich hatten wir also Leute gefunden, die uns zuerst einmal aus dem Tal wieder in die Zivilisation fuhren. Diese lieferten uns dann an der Autobahn-Auffahrt in Richtung Norden ab und los ging es mit unserem ersten Versuch zum Bahnhof zu trampen. Es hat tats\u00e4chlich nur 10 Minuten gedauert bis der erste angehalten, uns mitgenommen und direkt am Bahnhof abgeliefert hat. Zudem hatten wir eine halbe Stunde lang ein super nettes Gespr\u00e4ch mit einem einheimischen Aussie. Besser kann es eigentlich gar nicht laufen!<\/p>\n<p>Als wir dann mit einer Stunde Versp\u00e4tung endlich im Zug sa\u00dfen, mussten wir noch kurzfristig eine Unterkunft suchen. Auf unsere couchsurfing Anfragen hatte bisher leider niemand geantwortet, weshalb wir dann wieder \u00fcber AirBnb ein Zimmer f\u00fcr 3 Tage gebucht haben. Couchsurfen klappt in den gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dten der Ostk\u00fcste irgendwie nicht so pr\u00e4chtig\u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unsere Event-Firma, bei der wir schon das ein oder andere Mal in Perth gearbeitet haben, hat Arbeitskr\u00e4fte f\u00fcr das 3-t\u00e4gige Musik-Festival Lost Paradise im Glenworth Valley (30.12.-01.01.), ungef\u00e4hr 100km n\u00f6rdlich von Sydney, gesucht. 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