{"id":204,"date":"2014-12-22T23:06:17","date_gmt":"2014-12-22T10:06:17","guid":{"rendered":"http:\/\/scientistsontour.de\/?p=204"},"modified":"2015-04-17T09:13:46","modified_gmt":"2015-04-16T21:13:46","slug":"zurueck-in-perth-arbeitssuche-klingelbeutel-tuerverkaeufe-festivals-und-3-engel-fuer-charlie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/scientistsontour.de\/?p=204","title":{"rendered":"Zur\u00fcck in Perth: Arbeitssuche, Klingelbeutel, T\u00fcrverk\u00e4ufe, Festivals und 3 Engel f\u00fcr Charlie."},"content":{"rendered":"<p>Vorsicht, der Beitrag hat sehr viel Text und wenig Bilder\u2026 \ud83d\ude42<\/p>\n<h2>1. Woche:<\/h2>\n<p>Nachdem wir am Montag das Auto nochmal ein bisschen geputzt und zur\u00fcckgegeben hatten, tingelten wir ein wenig durch die Stadt, um einige Sachen zu erledigen (z.B. Lebensl\u00e4ufe drucken), um uns dann nachmittags mit Michelle (unseren zweiten Couchsurfern, die uns das Zelt geliehen hatten) zu treffen und einen Kaffee zu trinken. Mit den beiden haben wir echt einen Sechser im Lotto gezogen! Da wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht genau wussten, wie lange wir in Perth bleiben wollten verabredeten wir uns unverbindlich f\u00fcr das Wochenende aber sp\u00e4testens f\u00fcr Juni in Las Vegas, wo Michelle ihren Geburtstag feiern wird (und zuf\u00e4lligerweise sind wir da ja auch in Amerika unterwegs \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Nachdem wir auf unserer Westcoast Tour doch ein wenig Geld ausgegeben haben, machten wir uns nun auf die Suche nach einem Job. Gar nicht so einfach, wie alle immer erz\u00e4hlt haben. Denn sogar f\u00fcr Fruitpicking, also ich w\u00fcrde mal sagen, einen Job, den man nach sp\u00e4testens einem Tag im Handumdrehen erledigen kann, wurden Leute mit Erfahrung bevorzugt. Oder ein anderes Beispiel: f\u00fcr eine simple Arbeit wie Regale in einem Supermarkt auff\u00fcllen, musste Kerstin eine online-Bewerbung mit d\u00e4mlichen Fragen ausf\u00fcllen. Zum anderen waren Jobs, bei denen unsere Ausbildung von Vorteil gewesen w\u00e4re zwar vorhanden, leider aber mit endlosen Bewerbungsverfahren verbunden. Und sowas wie Urlaubsvertretung haben wir leider auch nicht gefunden.<\/p>\n<p>Wir haben dann ziemlich schnell festgestellt, dass wir uns auch f\u00fcr typische Backpacker Jobs wie Bedienung in Caf\u00e9s oder Bars bewerben sollten. Zum einen fehlte es uns daf\u00fcr dann aber an Referenzen\/Erfahrung, zum anderen aber der Wille den Lebenslauf mit Unwahrheiten zu \u00fcberf\u00fcllen. So verliefen die ersten Tage recht ereignislos und frustrierend bis dann alles relativ schnell ging. Am Donnerstag bekamen wir Zusagen f\u00fcr Bar-Arbeit auf zwei Events an den n\u00e4chsten 2 Wochenenden, die mit fast 26$\/h sogar ziemlich gut bezahlt war (Mindestlohn 17$\/h). Dann meldete sich am Freitag eine gewisse Sue f\u00fcr Fundraising im Supermarkt (Fundraising = Geld sammeln) f\u00fcr den folgenden Dienstag und ein gewisser Peter bot uns ein Vorstellungsgespr\u00e4ch f\u00fcr Charity-Door-Knocking (Haust\u00fcrverk\u00e4ufe f\u00fcr karitative Organisationen) am Mittwoch an. Nachdem wir uns eigentlich schon damit abgefunden hatten in Perth keine guten Jobs zu finden und am n\u00e4chsten Montag abfahren wollten, entschlossen wir uns kurzfristig doch noch l\u00e4nger zu bleiben und das einfach mal auszuprobieren.<\/p>\n<p>Wie schon im letzten Beitrag erw\u00e4hnt, hatten wir f\u00fcr die erste Woche zwei Couchsurfer angefragt. Der erste war Charlie, den wir dann am Montagabend treffen wollten, um bei ihm bis Freitag einzuziehen. Charlie ist unglaublich schwer zu beschreiben. Jeder, der \u201eHow I met your mother\u201c gesehen hat, kann ihn ein wenig mit Barney vergleichen. Allerdings ist er kein Business-Typ, sondern ein unkomplizierter Aussie, der sich f\u00fcr die Armee verpflichtet hat. Er war sogar schon in Afghanistan und Irak\u2026 Er hat uns dann auch gleich erkl\u00e4rt, dass wir in seiner Wohnung tun und lassen k\u00f6nnen was wir wollen (wir hatten \u00fcbrigens wieder ein eigenes Zimmer f\u00fcr uns) und er nicht erwartet von uns bespa\u00dft zu werden. Da wir uns wie beschrieben auf Jobsuche befanden, haben wir die Woche nicht so viel unternommen, hatten aber unglaublich witzige Gespr\u00e4che mit Charlie (nat\u00fcrlich nur, wenn er nicht gerade bei einem Date unterwegs war, was in der ersten Woche NUR einmal der Fall war). Nachdem wir uns dann am Freitag entschieden hatten noch eine Woche l\u00e4nger in Perth zu bleiben, f\u00fcr das Wochenende aber schon einen Couchsurfer hatten, fragten wir Charlie ob wir denn die n\u00e4chste Woche nochmal wiederkommen d\u00fcrften, was er auch sofort mit \u201eKein Problem\u201c angenommen hat (zum Dank haben wir ihm Pfannkuchen gemacht \ud83d\ude09 ) Von Freitagabend bis einschlie\u00dflich Montag Fr\u00fch waren wir dann bei unseren n\u00e4chsten Couchsurfern, Tim und Ken. Tim hat uns Freitagabend die Rooftop-Bars von Perth sowie Perth by night gezeigt und gute Tipps gegeben, was wir noch so alles in Perth machen k\u00f6nnen. Samstagabend haben sie uns dann mit zu einem Barbecue bei Freunden genommen, super leckeres australisches Essen \u2013 mit 9 Schwulen\u2026 Eigentlich sehr sehr am\u00fcsant und alle waren unglaublich nett zu uns (typisch Australisch), bis es dann nur noch um Katy Perry und Rihanna Konzerte ging und wir einfach nicht mehr mitreden konnten.<\/p>\n<h2>2. Woche:<\/h2>\n<p>Montag kehrten wir dann zur\u00fcck zu Charlie und dienstags ging es mit dem ersten Job f\u00fcr uns los: Fundraising im Supermarkt.<\/p>\n<p>Das Ganze war uns ja eigentlich von vornherein suspekt, da wir \u00fcberhaupt keine Infos im Voraus bekommen hatten. Wir dachten uns aber, wir probieren es einfach einen Tag und sollten dann um 7:15 Uhr bei einer Adresse in Perth antanzen. Dort wartete ein wei\u00dfer Van inkl. 2-3 weitere Personen auf uns, in den wir einsteigen sollten. Ohne gr\u00f6\u00dfere Erkl\u00e4rungen ging die Fahrt dann auch einfach los (weder wohin wir fahren noch was wir genau machen sollten). Nach ca. 15 Min Fahrt waren wir dann am Supermarkt angekommen, zumindest dachten wir das. Dann hie\u00df es n\u00e4mlich: \u201eKerstin aussteigen\u201c und schon war sie mit dem Fahrer im Supermarkt verschwunden, welcher ihr schnell alles aufgebaut und in 2 Min erkl\u00e4rt hatte, was sie heute tun soll. Nachdem das Konzept dann klar war, wurden alle anderen in verschiedenen Superm\u00e4rkten abgesetzt und am Abend wieder abgeholt. Jeder bekam einen Campingtisch (ohne Stuhl) mit h\u00fcbschen Bildchen von traurig aussehenden Hunden, Katzen, Hasen und Meerschweinchen (wir sammelten Geld f\u00fcr kleine Haustiere) sowie einen Klingelbeutel f\u00fcr die M\u00fcnzen. Man merkt hoffentlich: das alles war ziemlich unprofessionell (um es mal vorsichtig auszudr\u00fccken). Nachdem wir dann abends alle wieder im Van sa\u00dfen (das hat ziemlich lang gedauert denn wir waren ziemlich verstreut) waren wir erst um ca. 20:30 wieder in der Innenstadt und sollten dann zum Geldausz\u00e4hlen mit ins B\u00fcro kommen. Dann stellte sich auch unser Verdienst heraus, n\u00e4mlich 35% der Einnahmen. F\u00fcr uns beide zusammen waren das dann ca. 250$ f\u00fcr jeweils \u00fcber 10 Stunden Beine in den Bauch stehen. Dementsprechend haben wir das am n\u00e4chsten Tag dann auch gleich wieder bleiben lassen.<\/p>\n<p>Am Mittwoch war dann auch unser Vorstellungsgespr\u00e4ch bei Peter. Das verlief auch recht gut und vor allem schnell und wir bekamen dann am n\u00e4chsten Tag auch direkt die Zusage und eine Einladung zum Training am Freitag. Nachdem es uns dort schon wieder in die Fundraising Branche verschlagen hatte waren wir etwas skeptisch, aber es klang alles schon sehr viel professioneller als beim ersten Versuch. Beim Training stellte sich dann auch unser Verdienst heraus und was wir eigentlich genau machen sollten. Es ging um Door-Knocking (zu Deutsch T\u00fcrklopfen), um den Leuten Langzeit-Vertr\u00e4ge f\u00fcr karitative Spenden aufzuschwatzen. Unser erster Kunde war die Organisation Cerebral Pulsy Alliance (eine Organisation f\u00fcr Kinder mit zerebraler Paralyse oder auch Spastik). Wir sollten dann auch ein professionelles Verkaufs-Training \u00fcber die n\u00e4chste Woche bekommen, was ja schon mal gar nicht so schlecht klang. Au\u00dferdem sollten wir 100$ Grundgehalt pro Tag + 10-40$ Kommission pro Verkauf bekommen. Nat\u00fcrlich war uns klar, dass wir zu Beginn vermutlich relativ wenig Kommission bekommen w\u00fcrden, aber so ein Verkauf pro Tag sollte ja eigentlich m\u00f6glich sein. Zus\u00e4tzlich wollte unser Chef uns die erste Woche noch mit vielen Boni vers\u00fc\u00dfen. Klang wie gesagt alles deutlich professioneller und auch sinnvoller als die Sache am Dienstag.<\/p>\n<p>In der Woche ist aber nat\u00fcrlich noch mehr passiert: am Donnerstag waren wir auf einem Couchsurfing-Meeting, bei dem wir Vera aus Erlangen kennengelernt haben (sie sollte sp\u00e4ter unsere S\u00fcd-Durchquerung mit uns durchstehen). Quasi nebenbei haben wir uns immer besser mit Charlie verstanden. Das wurde immer mehr zu einem richtigen WG-Feeling inkl. gegenseitigem Bekochen. Wir haben versucht, ihn mit Pfannkuchen, Kartoffelsalat und \u2013brei, und W\u00fcrstchen zu bestechen, eine weitere Woche bei ihm bleiben zu d\u00fcrfen. Zudem wurde nat\u00fcrlich der Biervorrat immer wieder aufgef\u00fcllt. Er antwortete, gutm\u00fctig wie er ist, nat\u00fcrlich nur mit \u201eStay as long as you want\u201c (\u201eBleibt solange ihr wollt\u201c). Charlie ist \u00fcbrigens ein Meisterkoch. Davor wei\u00df er nie so genau was es wird, aber es wird immer lecker\u2026 und scharf!! Charlie hatte n\u00e4mlich von einem seiner Freunde eine superscharfe Chiliso\u00dfe bekommen, anscheinend die zweitsch\u00e4rfste, die es \u00fcberhaupt gibt. Und da f\u00fchrten 2 Tropfen dieser So\u00dfe schon zu einer unglaublichen Sch\u00e4rfe, die zumindest Kerstin eine rote Nase und fast tr\u00e4nende Augen bescherte.<\/p>\n<p>Wir haben Perth nat\u00fcrlich auch weiterhin erforscht und waren dank Charlies Tipp auf Heirison Island: eine kleine Insel im Swan River direkt in Perth, auf der wilde K\u00e4ngurus leben. Nachdem wir \u00fcber eine Stunde Ausschau nach den ersten K\u00e4ngurus gehalten haben, sind diese kurz bevor wir wieder gehen wollen, endlich aufgewacht und wurden so langsam aktiv. Aktiv hei\u00dft, sie haben die ganze Zeit gefressen.<\/p>\n<h2>3. Woche:<\/h2>\n<p>Nun ging es also los mit Door-Knocking. Wir waren ja schon relativ gespannt was uns denn so erwarten sollte. Wie in der Vorwoche versprochen wurden extra f\u00fcr uns 2 Trainer aus Sydney und Newcastle eingeflogen. Man hat auch vom ersten Moment an gemerkt, dass das Ganze ziemlich professionell gehandhabt wird. Die ersten zwei Stunden haben wir durchgehend unseren Pitch (uns f\u00e4llt keine wirklich gute \u00dcbersetzung ein, aber es handelt sich dabei um den Vortrag, den wir an der T\u00fcr aufsagen sollten) ge\u00fcbt. Au\u00dferdem wurden wir im Objection-Handling (wie man Ablehnung in Zustimmung verwandeln kann) unterwiesen. Es war durchaus spannend das mal mitzuerleben, auch wenn wir beide sicher nicht zum Verk\u00e4ufer werden. Das war dann auch das gro\u00dfe Schlagwort der ersten Arbeitswoche, Sales, Sales und nochmal Sales. Uns wurde dabei der eigentlich sehr gute Zweck der Verk\u00e4ufe ein wenig zu stark in den Hintergrund ger\u00fcckt. Zum einen durften wir U21-Kunden keine Vertr\u00e4ge verkaufen (was allerdings an den Australischen Gesetzen liegt), zum anderen \u201esollten\u201c wir \u00dc70-j\u00e4hrige meiden, da wir f\u00fcr Verk\u00e4ufe an Rentner keine Kommission bekamen. Das hat uns doch ein wenig gest\u00f6rt, denn wieso sollte ein 72-j\u00e4hriger nicht an die Karitas spenden sollen?<\/p>\n<p>Naja wie dem auch sei, wir haben es so angenommen und sind in unseren ersten Tag gestartet, den wir zur H\u00e4lfte mit einem der Trainer verbringen sollten. Dabei wurde das Konzept von Door-Knocking auch ziemlich schnell klar: Jeder bekommt einen Block mit ca. 80 H\u00e4usern, an die geklopft wird. Unge\u00f6ffnete T\u00fcren werden notiert und in einer zweiten und dritten Runde am Tag nochmals besucht. An jeder T\u00fcr, die ge\u00f6ffnet wird, wird der Pitch aufgesagt und versucht den potentiellen Kunden von dem Konzept der Charity zu \u00fcberzeugen. Nat\u00fcrlich wird man von den meisten Leuten abgewimmelt. Die typischen \u201eAusreden\u201c sind \u201ekeine Zeit\u201c, \u201ekein Geld\u201c und\/oder \u201eIch unterst\u00fctze schon eine andere Charity\u201c. Diese Ausreden sollten wir dann eben versuchen zu relativieren und den Kunden trotzdem zu gewinnen. Das war uns beiden eigentlich das unangenehmste an dem ganzen Job, da uns das Konzept einen Vertrag an der T\u00fcr zu unterschreiben nicht wirklich 100%ig \u00fcberzeugte.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chsten beiden Wochen gingen dann eben so weiter, aber so wirklich gesteigert und auf die geforderten 2 Verk\u00e4ufe pro Tag konnten wir uns nicht einpendeln. Trotzdem haben wir gar nicht so schlecht verdient, also durchaus OK. In dieser Woche ist aber nat\u00fcrlich noch mehr passiert:<\/p>\n<p>Am Donnerstag war ein gro\u00dfes Barbecue in Charlies Wohnung mit seinen Nachbarinnen und einem Freund (der \u00fcbrigens Harry hie\u00df und Prinz Harry nicht ganz un\u00e4hnlich sah \ud83d\ude09 ) geplant. Wir waren super gut gelaunt, da der Donnerstag im Allgemeinen unglaublich gut verlief. Nachdem die Woche mit Fundraising relativ gut begonnen hatte (Kerstin hatte 2 Verk\u00e4ufe am ersten Tag) ging es danach recht schleppend weiter und wir hatten bis einschlie\u00dflich Mittwoch keine gro\u00dfen Erfolge mehr. Donnerstag ging es dann aber so richtig los. Unser Chef hatte wie angek\u00fcndigt Boni vergeben. Das lief dann so: Wir waren in 2er bzw. 3er Gruppen eingeteilt, und wenn das jeweilige Team 3 Verk\u00e4ufe hatte, wurden zu jedem Verkauf 10$ addiert. Bei 5 Verk\u00e4ufen 20$ und bei 8 dann 30$. Passenderweise hatten wir beide einen Sahnetag, so dass Tobi 3 und Kerstin 2 Verk\u00e4ufe abschlie\u00dfen konnten. Nachdem unsere beiden Teams jeweils die 5er Marke geknackt hatten, kamen wir insgesamt auf 500$ an einem Tag (eigentlich gar nicht mal so schlecht f\u00fcr jeweils ca. 8 Stunden arbeiten\u2026)<\/p>\n<p>Dementsprechend gut gelaunt war das Barbecue nat\u00fcrlich ein voller Erfolg. Wir hatten super viel Spa\u00df mit seinen Freunden und vielleicht auch das eine oder andere Glas Bier, Wein und\/oder Burbon. Eine Nachbarin hat dann (nat\u00fcrlich) auch bei uns \u00fcbernachtet, der Weg nach Hause w\u00e4re ja auch sehr weit gewesen \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Am Samstag hatten wir dann unseren ersten Tag f\u00fcr die Event-Firma und d\u00fcrften im Red Hill Auditorium (ein Amphitheater in den H\u00fcgeln bei Perth mit einer unglaublichen Aussicht auf die Stadt) einigen neuseel\u00e4ndischen Reggae und Rock Bands lauschen. Quasi nebenbei mussten wir daf\u00fcr sorgen, dass die uns zugeteilten K\u00fchlschr\u00e4nke mit alkoholischen Getr\u00e4nken niemals leer wurden (was sich als deutlich anstrengender herausstellte, als gedacht). Um es kurz zu machen, viel rennen, Kisten schleppen und Kartons aufrei\u00dfen. Spa\u00df hats trotzdem gemacht und wir haben auch gleich die n\u00e4chste australische Bekanntschaft geschlossen. Candice hat uns n\u00e4mlich eine Mitfahrgelegenheit zum Festival-Gel\u00e4nde organisiert. Sie ist in unserem Alter, hat 6 Jahre in Berlin Kunst studiert und ist vor kurzem nach Australien zur\u00fcckgekommen. Schon verr\u00fcckt, dass man 15.000 km fliegen muss, um jemanden kennenzulernen, der jahrelang schlappe 800km entfernt wohnt. (Vermutlich haben wir nach der Reise sowieso ein total gest\u00f6rtes Entfernungsverh\u00e4ltnis). Nach dem Festival haben wir vom Bar-Manager noch die \u00fcbrigen ge\u00f6ffneten Champagner-Flaschen bekommen, die wir dann w\u00e4hrend der Heimfahrt gen\u00fcsslich verzehrt haben! Sonntag wurde dann erstmal ausgeschlafen und da der Samstag doch ganz sch\u00f6n lauf- und trageintensiv war, waren wir ziemlich ger\u00e4dert. Trotzdem haben wir uns nachmittags auf den Weg zum Bell Tower (Glockenturm) gemacht. Dabei handelt es sich um einen, wie der Name schon verr\u00e4t, Glockenturm, der offiziell als das gr\u00f6\u00dfte Instrument der Welt gilt. In dem 5-st\u00f6ckigen Turm kann man einerseits die Aussicht \u00fcber Perth genie\u00dfen und andererseits zuschauen, wie die Glocken von Menschenhand gel\u00e4utet werden.<\/p>\n<h2>4. Woche<\/h2>\n<p>In der zweiten Woche unseres Door-knocking Jobs hatten wir uns dann ein paar mehr Verk\u00e4ufe erhofft. Leider startete die Woche schleppend (jeder nur einen Verkauf pro Tag am Montag und Dienstag). Zudem regnete es dann am Mittwochnachmittag aus allen Wolken, so dass wir uns dann pitschnasss irgendwann unter einen Baum stellten und abwarteten bis es endlich 18h war\u2026 Donnerstag planten wir dann endg\u00fcltig unseren letzten Tag und k\u00fcndigten auch noch an selbigem mit der Begr\u00fcndung, dass wir wahrscheinlich keine geborenen Verk\u00e4ufer sind. W\u00e4re das einfacher gewesen mit der Zeit mehr Verk\u00e4ufe zu machen, h\u00e4tten wir uns evtl. \u00fcberlegt den Job 3-4 Wochen zu machen. Unser Boss war tats\u00e4chlich auch gar nicht b\u00f6se, sondern hat das sofort verstanden. Wir sind jetzt auf jeden Fall um eine Erfahrung reicher und ein bisschen Ahnung vom Verkaufen zu haben kann ja nicht schaden. Au\u00dferdem haben wir kostenlosen Englischunterricht bekommen \ud83d\ude09 Wir haben sogar noch einen guten Freund bei dem Job gefunden, unseren franz\u00f6sischen Rennfahrer Maxime \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Am Samstag (Tobi und Kerstin) und Sonntag (Kerstin) war dann wieder K\u00fchlschrank auff\u00fcllen bei einem Festival angesagt: Stereosonic, ein Elektrofestival. Dieses Mal war es direkt in Perth und nicht ganz so anstrengend, da wir am Samstag an einer ziemlich gro\u00dfen Bar gearbeitet haben, die dadurch auch ziemlich gut organisiert war. Au\u00dferdem waren wir direkt neben der Haupt-B\u00fchne, weshalb wir die Musik aus erster Hand miterleben durften. Die beiden Haupt-Acts f\u00fcr Sonntag waren Calvin Harris und Tiesto, falls das jemandem etwas sagt. Am Sonntag hat Tobi leider keine Schicht bekommen und deshalb musste Kerstin alleine ackern \ud83d\ude42 Dieses Mal nicht neben der Hauptb\u00fchne, sondern ganz hinten auf dem Festivalgel\u00e4nde, an einer kleinen Bar, die aber leider \u00fcberhaupt nicht organisiert war, so dass Kerstin 7 Stunden ohne Pause gesprungen ist. Tobi hat sich in dieser Zeit einen faulen Lenz am Strand gemacht \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Auch in der 4. Woche zur\u00fcck in Perth haben wir noch bei Charlie gewohnt und es wurde immer lustiger mit ihm. Am Mittwoch hat er uns erz\u00e4hlt, dass er \u00fcber ein verl\u00e4ngertes Wochenende nach Sydney fliegt, er aber schon drei neuen Couchsurfern f\u00fcr Montag zugesagt hatte und ob wir uns nicht um sie k\u00fcmmern w\u00fcrden. Kurz darauf hat er noch eine Couchsurfing-Anfrage von einer Deutschen und einer Franz\u00f6sin f\u00fcr das Wochenende angenommen, sprich wir waren am folgenden Montag zu siebt bei Charlie und er war nicht mal zu Hause.<\/p>\n<h2>5. Woche<\/h2>\n<p>Wie gesagt die Woche fing ziemlich lustig an, da wir zu siebent in Charlies Wohnung waren. Er kam dann auch Montagabend zur\u00fcck und es wurde erstmal ausf\u00fchrlich Bier getrunken und alle miteinander bekannt gemacht. Leider waren wir dann mit Charlie 8 Leute, die Wohnung hatte aber nur 7 Schlafpl\u00e4tze. Kein Problem f\u00fcr Charlie, der schl\u00e4ft einfach auf dem Boden. Erstens wollte er nat\u00fcrlich ein guter Gastgeber sein, was er sowieso ist, und zweitens ist er von der Army einfach anderes gewohnt. Alles auf ihn einreden hat nat\u00fcrlich auch nichts geholfen, denn: \u201eIt\u2019s comfy on the floor\u201c (\u201ees ist bequem auf dem Boden\u201c).<\/p>\n<p>Wir fingen am Montag auch an unsere Kontinent \u00dcberquerung in den Osten zu planen. Der Plan war mit einem Camper nach Adelaide, Melbourne oder Sydney zu fahren. Wir hatten auch ein paar super Relocation-Angebote (Camper f\u00fcr 1$\/Tag Miete) bis wir uns dann f\u00fcr eine 15-t\u00e4gige Miete von Perth nach Melbourne entschieden. Montag hatten wir dann auch noch ein Casting, da wir noch 1-2 Leute mitnehmen wollten, um uns ein wenig Benzingeld zu sparen und nat\u00fcrlich ist es mit vielen Leuten immer witziger. Am Ende blieben ein Italiener und die bereits erw\u00e4hnte Vera \u00fcbrig, leider bekamen wir nur einen Camper f\u00fcr 3 Personen, weshalb wir dem Italiener wieder absagen mussten (der dann auch ein bisschen zickig wurde, weshalb wir uns mit Vera definitiv den richtigen Reisepartner ausgesucht hatten).<\/p>\n<p>Nachdem Vera erst am Freitag loskonnte, mieteten wir uns halbwegs spontan ein kleines Auto f\u00fcr 50$ und fuhren Mittwoch und Donnerstag zum Wave Rock. Die Fahrt dorthin ist wie viele in Australien, vor allem lang. Wir fuhren dann eben 380 km (wohl gemerkt einfach), um einen kleinen Stein zu sehen, welcher aussieht wie eine Welle, aber gut man g\u00f6nnt sich ja sonst nichts\u2026 \ud83d\ude09 Sch\u00f6n war\u2018s auf jeden Fall und Wave Rock ist auch wirklich ziemlich spektakul\u00e4r, auch wenn wir es uns ein bisschen l\u00e4nger vorgestellt h\u00e4tten. Die Welle ist wirklich riesig (ca. 15-20m hoch) aber leider nur ca. 80m lang. Auf den Prospekten sah es so aus als ginge der wellenf\u00f6rmige Stein kilometerlang. Fazit: sch\u00f6n es gesehen zu haben, aber nur ein kleines Highlight auf unserer Reise.<\/p>\n<p>Nachdem wir dann Donnerstagabend zur\u00fcck waren, hie\u00df es eigentlich nur noch Sachen packen und uns nochmal richtig von Charlie verabschieden (traurig wars \ud83d\ude41 ), um Freitagmorgen den Camper abzuholen! Es sollte auf jeden Fall eine abenteuerliche Reise werden\u2026<\/p>\n<style id=\"bwg-style-0\">      #bwg_container1_0 #bwg_container2_0 .image_browser_images_conteiner_0 * {        -moz-box-sizing: border-box;        box-sizing: border-box;      }      #bwg_container1_0 #bwg_container2_0 .image_browser_images_conteiner_0{\t\tbackground-color: rgba(245, 245, 245, 0.90);\t\ttext-align: center;\t\twidth: 100%;\t\tborder-style: none;\t\tborder-width: 2px;\t\tborder-color: #F7F7F7;\t\tpadding: 4px;\t\tborder-radius: 0;\t\tposition:relative;      }      #bwg_container1_0 #bwg_container2_0 .image_browser_images_0 {\t\tdisplay: inline-block;\t\t-moz-box-sizing: border-box;\t\tbox-sizing: border-box;\t\tfont-size: 0;\t\ttext-align: center;\t\tmax-width: 100%;\t\twidth: 100%;      }      #bwg_container1_0 #bwg_container2_0 .image_browser_image_buttons_conteiner_0 {\t\ttext-align: center;      }      #bwg_container1_0 #bwg_container2_0 .image_browser_image_buttons_0 {\t\tdisplay: inline-block;\t\twidth:100%; 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